Theresa Breuer und Christopher Henke sind im zweiten Ausbildungsjahr zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Als wir sie an der Pflegeschule in Bonn trafen, hatten sie gerade Pause von der Lerneinheit "Wachsein und Schlafen".
Die Ausbildung umfasst 2.500 Praxisstunden und 2.100 Theoriestunden. Mit so viel Lernstoff hatten beide nicht gerechnet. "Nach nur zwei Jahren habe ich schon vier dicke Ordner voll", sagt Christopher Henke. Vor der Ausbildung war der 28-Jährige als Kommunikations-Elektroniker tätig. "In meinem alten Beruf hat mir die Nachhaltigkeit gefehlt. Heute habe ich das Gefühl, dass meine Arbeit etwas bewirkt", sagt Henke.
Neben dem Spaß am Umgang mit Menschen müssen die Auszubildenden Flexibilität und Verantwortungs-Bewusstsein mitbringen. Wer fahrlässig handelt, wird auch als Azubi zur Verantwortung gezogen. Denn es geht um die Gesundheit von Menschen. Und wenn gerade kein Blockunterricht ist, werden die Auszubildenden voll eingeplant. Da heißt es auch mal 12 Tage am Stück und an Feiertagen arbeiten.
"Der Beruf besteht nicht nur aus der Pflege", sagt Theresa Breuer. Denn mit dem Namen hat sich auch das Berufsbild geändert: Nicht nur im Krankenhaus, sondern etwa auch bei Krankenkassen, beim Pflegedienst, in der Anästhesie oder im OP können sie später tätig werden. Ihre anfängliche Angst, sich zu ekeln, ist für die 21-Jährige vergessen: "Mit unserer Dienstkleidung schlüpfen wir in eine andere Rolle. Heute finde ich die Arbeit im OP sogar sehr interessant".