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Die Klever Stadtschreiberin

Studiengebühren bei der Hochschule Rhein Waal

Natürlich verstehe ich den Sinn von Studienbeiträgen, ein bisschen zumindest. Aber ich verstehe beim besten Willen nicht, warum meine dieses Jahr um 50 Euro erhöht wurden, obwohl ich ja schon stattliche 1.300 Euro pro Jahr bezahle? Vor allem weiß ich mehr darüber, wo mein Geld nicht hingeht, als darüber, was damit gemacht wird.
Ärgerlich finde ich zum Beispiel, dass ich mit meinem Studentenausweis leider nicht einmal einen Bus in Nimwegen nutzen kann, ohne dafür zu bezahlen, mal ganz abgesehen von der Bahn in Deutschland, die momentan wirklich gut an mir verdient. Man schenkt mir am Anfang des Semesters auch keine Bücher oder neue Druckertinte. Es ist nicht so einfach herauszufinden, wofür mein Geld ausgegeben wird. 

Auch die Homepage der HAN ist hierbei nicht sehr hilfreich. Dagegen ist die Internetseite der Hochschule Rhein- Waal vergleichsweise informativ. Man muss sich zwar etwas durchklicken, aber dass die finanziellen Aspekte nicht sofort auf der Startseite behandelt werden, ist aufgrund der möglichen Abschreckungsgefahr neuer Studienanwärter vielleicht auch klüger. In jedem Fall gibt es von Seiten der HRW eine detaillierte Auflistung, in der man nachlesen kann, wofür jeder Cent der Semesterbeiträge ausgegeben wird. Transparenz in dieser Art wünscht man sich auch bei den Ausgaben der Studiengebühren, die am Ende des Semesters in einem Wirtschaftsbericht dargestellt werden sollen. 

Aber wie kann man das Geld für ein Studium überhaupt aufbringen? Sicherlich gibt es einige Möglichkeiten: man kann BAföG beantragen, einen Kredit aufnehmen oder jobben gehen. Von Letzterem ist seit Einführung des Bachelors aber eher abzuraten, da der Lernumfang durch die verkürzte Studienzeit extrem gestiegen ist. Und das verbesserte Stipendiensystem, das seit Einführung der Studiengebühren von der Regierung versprochen wurde, gibt es bis heute nicht. Aktuell erhalten 0,3 Prozent der Studenten in NRW ein Stipendium. An der HRW sind 10 Stipendien vergeben worden. Wie wird sich dies verändern, wenn die angestrebte Zahl von rund 5000 Immatrikulationen erreicht ist? 

Aktuell bezahlen die Studenten der HRW für das Wintersemester 2009/10 rund 700 Euro. Ich kann die Frustration der Studenten sehr gut nachvollziehen, wenn dann noch Extrakosten dazukommen (wie zum Beispiel Kittel für die Arbeit im Labor). Mir geht es genauso, wenn ich meine Studiengebühren überweise, in der ersten Vorlesung dann die Pflichtliteraturliste in die Hand gedrückt bekomme und mir noch Bücher im Wert von 300 Euro kaufen soll. Da ich aber in Teilzeit studiere, ist es in meinem Studiengang vorgesehen, nebenbei zu arbeiten. Ich frage mich allerdings, wie es Vollzeitstudenten, die vielleicht noch Miete zahlen müssen, weil sie zugezogen sind, und die nicht von den Eltern unterstützt werden können, selbst bei Anspruch auf den Höchstsatz an BAföG von rund 600 Euro zurecht kommen? Sämtliche Finanzierungsmöglichkeiten decken ja meist nur Teilbeträge der Gesamtkosten ab. Es mag sein, dass ich als Studentin einen zu einseitigen Blick auf das Thema habe, aber- ob an der HAN, der HRW oder irgendeiner anderen Hochschule- die bestehenden Verhältnisse werfen jedenfalls zu viele ungeklärte Probleme auf.