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Die Klever Stadtschreiberin

Wie sich die Stadt Kleve verändert

Bevor ich die Stelle als Stadtschreiberin antrat, habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, dass die neue Fachhochschule Rhein- Waal einmal der Anfang von so vielen maßgeblichen Veränderungen sein wird, die die Stadt noch nachhaltig prägen werden.
Darum ist die Gründung der Fachhochschule wahrlich als ein für Kleve historisch bedeutsames Ereignis zu bezeichnen, und das wird mir bei allen Nachforschungen, die ich so anstelle, bewusster. Allein die Veränderungen, die sich im Stadtbild vollziehen werden, sind heute schon Anzeichen dafür, dass Kleve sich zu einer modernen und innovativen Stadt wandeln, und vor allem für junge Leute an Attraktivität gewinnen wird. 

Bekannt ist ja bereits, dass mitten im Herzen der Stadt, im Hafengebiet, die Fachhochschule ihren Hauptstandort bekommen wird. Da Teile des Hafens unter Denkmalschutz stehen, werden diese in die Planung integriert, wie beispielsweise der alte Speicher. Zusätzlich soll der Hafen auch noch als solcher nutzbar bleiben. All diese Aspekte werden dem Standort eine besondere, außergewöhnliche Atmosphäre verleihen und zu einem unverkennbaren Markenzeichen der Fachhochschule erwachsen. Auch wenn es sehr pathetisch klingt: Für die Studenten wird es eine Einrichtung sein, mit der sie sich auch identifizieren können. Jung, modern und individuell, wie sie es selbst sind und sein wollen, kann man sich darauf freuen, dass es auch die HRW sein wird. 

Die Fachhochschule hat den großen Vorteil gegenüber den typischen 60er- Jahre- Universitäten im schmucken Plattenbaustil, heute gebaut zu werden- in einer Zeit, in der man sich in der Architektur nicht nur allein um Funktionalität Gedanken macht. Es wird also kein „Bildungsbunker“ hochgezogen werden, kein monotoner Bauklotz, an dem höchstens Nuancen von Grautönen farbliche Akzente setzen, sondern ein Ort, an dem man sich auch wohl fühlen kann. Hierzu trägt wahrscheinlich auch die weitere ländliche Umgebung bei; die Nähe zur City gibt dem Standort aber einen abwechslungsreichen Ausgleich zur ländlichen Idylle. 

Die zentrale Lage und die damit verbundene gute Anbindung an das Verkehrsnetz, ist auch gleichzeitig Ausdruck dafür, dass die Fachhochschule eine bedeutsame Institution für Kleve ist, die man auch bewusst in den Mittelpunkt des Stadtgeschehens gerückt hat. Viel zu oft sind Universitäten in den Peripherien der Städte angesiedelt, oder gar wie räumlich abgegrenzte kleine Welten mitten in den Städten. Die neue Hochschule im Hafengebiet dagegen wird einen neuen Geist und ein neues Lebensgefühl erwecken, vor allem bei den jungen Klever Bürgern. 

Klingt alles erstmal sehr positiv; meiner Meinung nach ist jedoch die mangelnde Beruecksichtigung von Freizeit- und Erholungsangeboten fuer die schon Eingeschriebenen und die noch kommenden Studentengenerationen ein grosses Manko. Die Strandbar wird abgebaut, es wurden keine Studentenkneipen oder –cafes eingeplant. Eben Orte, wo sich Studenten auch mal in einem inoffiziellen Rahmen austauschen koennen, was fuer sie genauso wichtig ist, denn was waere das Studium ohne in den Genuss des schoenen Studentenlebens zu kommen?