Unternehmen ganzheitlich beraten

Robert Peters ist Firmenkundenbetreuer bei der Volksbank Kleverland. Für ihn steht nicht das kurzfristige Geschäft im Vordergrund, sondern gute Beratung und langfristige Kundenbindung.

VON MARC CATTELAENS

Kleve 3666 gewerblich tätige Kunden und Unternehmen betreut die Volksbank Kleverland aktuell. Ein Kreditvolumen in Höhe von rund 310 Millionen Euro stellt das Kreditinstitut diesem Kundenkreis aktuell zur Verfügung. Bei einem solchen Volumen ist es wichtig, fähige Berater zu haben.

Firmenkundenbetreuer Robert Peters ist einer davon. Er setzt die Philosophie der Volksbank täglich um: „Wir betrachten nicht nur die Firma, sondern auch den Unternehmer an sich. Wie ist der Unternehmer aufgestellt? Wie ist seine familiäre Situation? Was sind seine betrieblichen und privaten Ziele? Das sind alles Fragen, die es zu klären gilt“, sagt Peters. Sein Ziel ist es, eine langfristige Kundenbindung aufzubauen. „Ich bin nicht auf ein kurzfristiges Geschäft aus“, betont der Berater. Die ganzheitliche Beratung des Kunden stehe im Vordergrund.

Egal ob es um einen Kreditwunsch, die Absicherung des Unternehmens und des Unternehmers, um die Altersvorsorge oder das Anlagegeschäft gehe - „wir bieten jegliche Dienstleistung aus einer Hand“, sagt Peters. Dabei sei es wichtig, dem Kunden seine Risiken aufzuzeigen und diese über entsprechende Absicherungsinstrumente abzufedern. Deswegen könne er durchaus auch „Nein“ sagen, nämlich beispielsweise dann, wenn klar wird, dass ein Kunde sich finanziell übernehmen würde.

„Wir schließen keine Branchen aus“, sagt Peters. Seine Kunden finden sich in der Landwirtschaft ebenso wie in Handel und Gewerbe. Auch beim Wunsch nach einer Existenzgründung ist der Firmen-kundenbetreuer zur Stelle. Momentan sei es dank niedriger Zinsen für Unternehmer besonders interessant, Projekte zu verwirklichen, Investitionen zu tätigen. Für Sparer sei es heute allerdings schwieriger, eine gute Rendite zu erzielen. „Aber mit unseren Verbundpartnern zusammen können wir sicherlich auch den Kapitalanlegern gute Vorschläge unterbreiten“, betont Peters. Die Volksbank Kleverland sei eng vernetzt mit Steuerberatern, Rechtsanwälten sowie mit der Industrie- und Handels-, der Landwirtschafts- und der Handwerkskammer - „denn steuerlich und juristisch dürfen und können wir nicht beraten“, erläutert Peters. Beim Kunden dürften keine Fragen offen bleiben. Deswegen bemühe er sich um eine „klare Sprache, kein Fach-Chinesisch“, so Peters. Umgekehrt sei es für die Berater natürlich wichtig, sich mit den Branchen ihrer Klienten und den jeweiligen Märkten auszukennen. Traditionell sind unter ihnen viele Landwirte. Die setzen, berichtet Peters, derzeit verstärkt auf kleinere Biogas-Anlagen. „75-kW-Anlagen auf Güllebasis werden derzeit vermehrt gebaut oder für die Zukunft geplant“, sagt Peters. Man wolle weg von nachwachsenden Rohstoffen für die Stromerzeugung. „Der Mais wird fürs Vieh gebraucht.“ Auch die Wind-Energie sei nach wie vor ein großes Thema. „Beim so genannten Repowering werden Windenergieanlagen der ersten Generationen durch moderne Turbinen ersetzt“, nennt der Banker einen Trend. Das Prinzip: Kleine Anlagen werden demontiert und gegen größere ersetzt. So könne bei einer Halbierung der Anlagenzahl und gleichzeitiger Verdoppelung der Leistung durch effizientere Nutzung der Standorte eine Verdreifachung des Ertrags erreicht werden.

Solche Vorhaben müssten im Vorfeld natürlich genau mit dem Kunden besprochen werden. „Strategie-Gespräche“ nennt Peters das. Dabei gehe es nicht nur um die reine Anschaffung einer Maschine oder einen Neubau, sondern um die gesamten Auswirkungen. Wie ändert sich der Produktionsprozess? Muss der Unternehmer das Personal aufstocken, sind Ausweitungen des Betriebsmittelkredites erforderlich oder sind weitere Maßnahmen zu bedenken?

Diese Fragen wollen beantwortet werden, so Peters. Erst dann könne der Kredit vergeben werden. Denn: Ein schnelles Geschäft ist nicht immer ein gutes.