Bunte Perlen für ein neues Leben

Kleve Rainer Schwitals Sohn war drei Jahre alt, als die Familie die schreckliche Diagnose verkraften musste: Der kleine Junge war an Leukämie, Blutkrebs, erkrankt.

Was folgte, war ein Krankenhaus-Marathon: Spritzen, Medikamente, Chemotherapie. Heute ist er 17 und hat die Krankheit überstanden. Im Gegensatz zu vielen anderen Eltern, die nach einer solchen schweren Zeit nur noch mit dem Erlebten abschließen wollen, beschäftigt sich Rainer Schwital auch heute noch mit dem Thema Krebs bei Kindern. Freiwillig und ehrenamtlich.

„Ich habe mich damals viel mit den Ärzten im Uniklinikum Münster unterhalten. Einer fragte mich dann, ob ich bereit wäre, den Job als Schatzmeister bei der Kinderkrebshilfe Münster zu übernehmen. Ich sei als Bankkaufmann doch prädestiniert dafür“, erzählt Schwital. Er willigte ein.

Das war im Jahr 2001. Seitdem verwaltet Schwital den Vereinsetat, organisiert Spenden- und Pressetermine, schafft Rücklagen und kassiert Mitgliedsbeiträge von 650 Mitgliedern. „Ich stelle die Liquidität des Vereins sicher“, fasst er seine Aufgaben zusammen.

Die Kinderkrebshilfe Münster arbeitet eng mit dem Uniklinikum in Münster zusammen. Der Verein bezahlt psychosoziale Mitarbeiter, die die Kinder und ihre Eltern psychologisch betreuen, ermöglicht den Patienten eine Kunst-und Maltherapie sowie ein Musikzimmer, in dem die Kinder musizieren, singen und sogar eine CD aufnehmen können. Auch ein Elternwohnheim und einige pflegerische und ärztliche Stellen werden von dem Verein finanziert. Doch nicht nur finanzielle Hilfen sind im Klinikalltag gefragt: Manchmal geht es auch einfach nur darum, ein paar Wände neu zu streichen und die Zimmer so wohnlicher zu machen. Einmal im Monat trifft sich der Vorstand mit dem Klinikleiter und dem medizinischen Beirat der Klinik zu Gesprächen über abgeschlossene und zukünftige Projekte.

Das Geld, das Schwital nun im Rahmen der Volksbank-Aktion von seinem Arbeitgeber bekommt, soll in das „Mutperlen-Projekt“ fließen. „Das ist ein sehr schönes, griffiges Projekt“, sagt Schwital und erklärt: „Für jede Operation, Chemotherapiesitzung oder auch eine einfache Spritze bekommen die Kinder eine Perle, die sie dann auf eine Kette aufziehen können. Das zeigt ihnen, wie viel sie schon geschafft haben und hilft ihnen, durchzuhalten.“ Mittlerweile sei unter den kleinen Patienten in der Uniklinik auch schon ein interner Wettbewerb um die längste Kette entbrannt, berichtet Schwital.

Das Problem: Die Perlen sind teuer. Denn sie dürfen nicht aus Holz sein, sondern müssen höchste hygienische Standards erfüllen. Die Kette, die ein Patient nach überstandener Krankheit mit nach Hause nimmt, kann dementsprechend bis zu 75 Euro kosten. „Ich finde es toll, dass mein Arbeitgeber uns hilft, dieses Projekt in Münster fortzusetzen“, sagt Schwital.

Auch Alina Manske (Foto) hat mittlerweile eine erstaunlich lange Mutperlen-Kette zusammengesammelt. Doch auf die nächste Perle muss die 15-Jährige warten. Denn sie ist austherapiert und hat nun nur noch eine Chance, zu überleben: eine Stammzellenspende. „Bis jetzt hat sich aber kein geeigneter Spender gefunden“, erzählt Rainer Schwital.

Damit die Stammzellen verwendet werden können, müssen bestimmte Gewebemerkmale identisch mit denen von Alina sein. Wer sich über die Möglichkeiten einer Stammzellspende informieren und für Alina spenden möchte, sollte die Homepage ihrer Familie unter www.gemeinsam-fuer-alina.de besuchen.