Ein Pendlerbus für Appeldorns Kicker

Ein Pendlerbus für Appeldorns Kicker

kalkar Idyllisch liegt die Sportanlage des DJK Appeldorn schräg gegenüber von Burg Boetzelaer an der B 67. Idyllisch und ziemlich weitab von den umliegenden Gemeinden. Damit der Fußballnachwuchs des Vereins trotz weiter Wege regelmäßig zum Training und den Spielen kommen kann, hat der Verein den Jugendbus angeschafft. „Viele Kinder und Jugendliche können nicht mehr dauernd von ihren Eltern zu den Sportplätzen gefahren werden. Besonders, wenn beide Elternteile berufstätig sind “, sagt Peter Kelputt, Kassierer des Vereins und Volksbank-Mitarbeiter im Vorruhestand. Er leitete viele Jahre die Zweigstelle Appeldorn.

Mittlerweile ist bereits der dritte Bus in Betrieb, die zwei vorherigen wurden nach jahrelanger Nutzung schließlich aussortiert. Den jetzigen Bus, einen weißen Renault, hat der Verein zu einem günstigen Preis von einem Blumengroßhandel übernommen. „Dementsprechend sah er ziemlich ramponiert aus“, sagt Sven Wolff, Vorsitzender des Vereins. Doch der Verein hatte Glück: Der Bruder eines Spielers ist ausgebildeter Lackierer und kam extra aus seinem Heimatland Israel nach Appeldorn, um den Bus zu lackieren und für den Betrieb fertig zu machen. Im Bus finden insgesamt neun Sportler Platz, so dass nur noch ein Elternteil oder ein Betreuer mit seinem Auto hinterher fahren muss.

Die DJK Appeldorn hat eine Trainingsgemeinschaft mit Kalkar. „Die B-Jugend wird nach Kalkar gefahren und nach deren Training nehmen wir die A-Jugendlichen mit, die hier in Appeldorn trainieren“, erklärt Peter Kelputt das Prinzip. Auch die Mädchenmannschaft und die Tanzgarde des Vereins nutzen den Bus, um zu Auswärtsspielen und Auftritten zu fahren. „Der Bus ist ständig in Betrieb“, sagt Wolff. Die B-Jugend muss für ihre Auswärtsspiele in Rheurdt oder Herongen schon
mal 45 Kilometer pro Strecke zurücklegen.

Die laufenden Kosten für den Bus betragen pro Jahr rund 2 000 Euro, darin sind Spritkosten nicht eingerechnet. Allein 800 bis 900 Euro kostet die Steuer, dazu kommt die Versicherung und immer mal wieder die eine oder andere Reparatur. „Das ist ganz schön viel Geld für uns“, sagt Wolff. Jedes Jahr muss der Verein sich wieder neu um die Finanzierung des Fahrzeugs kümmern und Sponsoren anwerben, die für einen monatlichen Betrag eine Werbefläche auf dem Bus kaufen können
und so helfen, den Bus zu unterhalten.

Peter Kelputt erfuhr von einem Kollegen von der Aktion „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ seines Arbeitgebers und bewarb sich für eine Spende. Die bekam der Verein schließlich auch. Der Jugendbus kann jetzt wieder für eine Weile unterhalten werden. „Irgendwann müssen wir natürlich mal über einen neuen Bus nachdenken. Der Renault ist jetzt 15 Jahre alt“, sagt Kelputt.