Beratung wie im Tante-Emma-Laden

Im Pfarrheim St. Markus, Ortsteil Schneppenbaum, herrscht reger Betrieb: Während im kleinen Nebenraum der Lebensmittelverkauf bereits auf Hochtouren läuft, genießen die restlichen Kunden eine heiße Tasse Kaffee im angrenzenden Aufenthaltsraum. Es wird geplauscht, gelacht und sich ausgetauscht - die Stimmung ist entspannt. Dabei ist der Grund für den Besuch im Pfarrheim eher ernster Natur: Jeden Dienstag und Donnerstag verteilen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des „FAIR-teilers“ Lebensmittel an bedürftige Menschen in Bedburg-Hau. Mit dabei ist auch Maria Rausch. Die Service-Center-Mitarbeiterin der Volksbank Kleverland arbeitet seit Gründung des Projekts beim „FAIR-teiler“.

Seit April 2010 gibt es die Lebensmittelhilfe und Basisberatung in Bedburg-Hau. Träger sind die Gemeindecaritas der katholischen Kirchengemeinde St. Antonius, der Caritasverband Kleve, die KAB und die evangelische Kirchengemeinde Moyland. Aktuell kümmern sich 45 ehrenamtliche Mitarbeiter um die Abwicklung beim „FAIR-teiler“. Etwa 180 bedürftige Menschen (davon 42 Prozent Kinder) nehmen das Angebot in Anspruch.

Und so funktioniert´s: Für einen Euro pro Einkaufstüte gibt es Lebensmittel sowie Produkte für Haushalt und Hygiene. Jährlich verkaufen die Ehrenamtler beim „FAIR-teiler“ etwa 3000 Einkaufstüten, das erwirtschaftete Geld wird komplett in den notwendigen Zukauf von Lebensmitteln reinvestiert. Die meisten Lebensmittelspenden bezieht der „FAIR-teiler“ von Geschäften und Händlern.

Maria Rausch kam eher zufällig zum „FAIR-teiler“: „Ich habe einen Aufruf in der Zeitung gelesen und dachte, dass könnte etwas für mich sein. Nach dem ersten Infoabend war mir schnell klar, das ich dieses Projekt gerne unterstützen würde.“ Ehrenamtliche Arbeit sei ihr schon immer ein Anliegen gewesen. „Meine Eltern haben mir das so vorgelebt - ich habe schon immer nebenher auch ehrenamtlich gearbeitet“, erzählt die Mutter zweier Söhne (17 und 20). Maria Rausch führt beim
„FAIR-teiler“ die Vorab-Beratungsgespräche. „Es geht darum zu klären, ob die Menschen auch wirklich bedürftig sind“, erläutert die Volksbank-Mitarbeiterin. Im Anschluss würde dann eine Kundenkarte ausgestellt. „In den Gesprächen kommt es auch immer wieder vor, dass sich die Kunden uns anvertrauen und von ihren Problemen berichten“, ergänzt Rausch - oft könne man dann direkt helfen. „Ich finde es toll, dass es beim ,FAIR-teiler? um schnelle und effektive Hilfe vor Ort geht.“

Sowieso steht der persönliche Kontakt zu den Hilfesuchenden im Vordergrund: „Hier werden noch Verkaufsgespräche wie im Tante-Emma-Laden geführt. Einem alleinstehenden Herren haben wir neulich erklärt, wie er Bratkartoffeln zubereitet“, erzählt Klaus Schwering, der sich um die Öffentlichkeitsarbeit des „FAIR-teilers“ kümmert.

Mit der Volksbank-Spende wird die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs zum Transport der Lebensmittel unterstützt. „Unser Wagen ist uralt, irgendwann muss dafür Ersatz her“, bestätigt Schwering.

Öffnungszeiten „FAIR-teiler“: Dienstags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 17 bis 19 Uhr. Pfarrheim St. Markus am Klosterplatz 7, Bedburg-Hau.