Schüler freuen sich über neue Lese-Ecke

Kleve-Vynen Die achtjährige Anastasia sitzt an einem kleinen Basteltisch und schneidet aus gelbem Krepp-Papier eine Sonne aus. Konzentriert ist die Grundschülerin bei der Arbeit - ihre Mama ist ein paar Räume weiter bei der Computerstunde. Anastasia bastelt jedoch nicht alleine - das Klassenzimmer ist gut besucht, auf dem Boden sitzen Kinder und spielen mit einer Ritterburg, auf Sitzkissen haben es sich Schülerinnen mit ihren Lieblingsbüchern gemütlich gemacht. Das Spielezimmer der Vynener Martingrundschule (Teilstandort der Viktorschule Xanten) erfreut sich bei Kollegium und Schülern großer Beliebtheit.

Mit Unterstützung der Volksbank Kleverland konnten jetzt die gemütlichen Sitzkissen für die neue Lese-Ecke und Bastelmaterialien angeschafft werden. Alfi Niklas, Mitarbeiterin der Volksbank in Kleve (Bereich Öffentlichkeitsarbeit), freut sich über die schönen neuen Kissen: „Ich wohne selber in Vynen, mein Sohn Jan geht hier in die zweite Klasse - es ist schön, dass die Investition im Ort getätigt werden konnte.“ Ehrenamtlich engagiert sich die Volksbank-Mitarbeiterin zudem als Kassenprüferin im Förderverein der Grundschule.

Das schöne Spielezimmer haben die Kinder dem Engagement ihrer Lehrer zu verdanken: Das Kollegium entwickelte gemeinsam ein Spielezimmer-Konzept und reichte es beim Wettbewerb der Aktion „Spielen macht Schule“ ein. Die Gewinner wurden von der Initiative kostenlos mit Spielsachen ausgestattet - so eben auch die Grundschule Vynen. Hinter der Aktion steht das ZNL Transfer-Zentrum für Neurowissenschaften und Lernen in Ulm. Die Wissenschaftler wollen bildungsrelevante Erkenntnisse der Neurowissenschaften von der Theorie in die Praxis übertragen.

Eingerichtet wurde das Spielezimmer an der Grundschule im vergangenen Sommer. Neben Lego, Playmobil und allerlei Gesellschaftsspielen wurden auch die Bücherregale befüllt - zum Großteil durch den Förderverein. Schulleiter Heinz Roters ist begeistert. „Die Kinder können hier spielend aktiv werden und mit allen Sinnen lernen. Das passt hervorragend zur Grundschulpädagogik.“ In den Augen des Rektors ist das Spielezimmer Lernförderung auf einem ganz neuen Niveau: „Das ist wie geheimer Nachhilfeunterricht, den die Kinder gar nicht als solchen empfinden.“

Jetzt ist auch die Lese-Ecke perfekt und lädt zum gemütlichen Schmökern ein. Sehr zur Freude von Alfi Niklas: Der liegt nämlich nicht nur ihr Heimatort Vynen am Herzen - sondern ganz besonders auch die Grundschule. „Ich bin selber hier zur Schule gegangen, ebenso mein Vater und auch meine elfjährige Tochter Paula hat die Martinschule besucht“, berichtet Niklas, die schon ihre Lehre bei der Volksbank absolvierte. Die Schule sei sozusagen Familientradition. Um so trauriger mache sie der Gedanke daran, dass die Grundschule in Vynen auslaufen wird. „Es ist wirklich sehr schade. Für die Kinder im Ort waren gerade die kurzen Wege so schön. Außerdem kennt man sich hier, die Kinder haben ihre Freunde im Dorf“, sagt die Volksbank-Mitarbeiterin betrübt.

Glück im Unglück: Das Spielezimmer ist nicht an einen Ort gebunden und könnte gegebenenfalls mit den Schülern an den neuen Standort umziehen. „So gehen die gute Idee und das Konzept zumindest nicht verloren“, betont Alfi Niklas.