Dem Nach­wuchs steht al­les of­fen

Vor­stands­vor­sit­zen­der Frank Ruf­fing be­grüß­te die Schü­ler in der Volks­bank. An­schlie­ßend stell­ten sich die Fir­men vor. RP-Fo­to: Mar­kus van Of­fern

Die Volks­bank Kle­ver­land führ­te 140 Schü­ler mit zehn Ar­beit­ge­bern zu­sam­men. Schü­ler leg­ten gro­ßen Wert auf die Ar­beits­klei­dung und die Auf­stiegs­chan­cen. Das Fa­zit: Die Mög­lich­kei­ten in der Re­gi­on sind rie­sig.

Von Maar­ten Overs­tee­gen

KLE­VE/KAL­KAR. Für Schü­ler der Klas­se zehn wird die­se Fra­ge zu­neh­mend span­nend: Was ma­che ich nach dem Ab­itur? Um ers­te Ant­wor­ten zu ge­ben, lud die Volks­bank Kle­ver­land 140 Ju­gend­li­che des Kle­ver Frei­herr-vom-Stein Gym­na­si­ums so­wie des Jan-Joest Gym­na­si­ums Kal­kar zur Ge­sprächs­run­de „Schü­ler tref­fen Un­ter­neh­mer“ ein. „Es ist uns ein Her­zens­an­lie­gen, jun­ge Men­schen mit der Wirt­schaft in Kon­takt zu brin­gen, denn hier lie­gen ih­re Per­spek­ti­ven“, sag­te Frank Ruf­fing, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Volks­bank. Wir be­ant­wor­ten die wich­tigs­ten Fra­gen der Schul­ver­an­stal­tung.

Wel­che Ar­beit­ge­ber wa­ren vor Ort? Der Ein­la­dung zum Aus­tausch sind vie­le Be­trie­be des öf­fent­li­chen Diens­tes ge­folgt. Dar­un­ter wa­ren die Po­li­zei so­wie das Fi­nanz­amt. Mit Colt und Pa­es­sens Zahn­wel­ten be­rich­te­ten aber auch Ver­tre­ter der frei­en Wirt­schaft über ih­re An­ge­bo­te zur be­ruf­li­chen Ent­fal­tung.

Die wich­tigs­ten Fra­gen der Ju­gend­li­chen: Wo­hin kann ich in dem Be­trieb auf­stei­gen? Die Ant­wort: Die Mög­lich­kei­ten sind viel­fäl­tig, nach ei­ner Aus­bil­dung kann meist noch ein Stu­di­um fol­gen, Fort­bil­dun­gen er­gän­zen den Wer­de­gang. Wie sind die Ar­beits­zei­ten? Die Ant­wort: Noch im­mer han­delt es sich viel­fach um klas­si­sche Acht­stun­den­jobs, im Kran­ken­haus und bei der Po­li­zei war­tet Schicht­dienst. Ten­den­zi­ell aber wer­den An­stel­lun­gen fle­xi­bler. Was zie­he ich zum Job an? Die Ant­wort: Im Kran­ken­haus und der Zahn­arzt­pra­xis setzt man wei­ter auf das klas­si­sche Weiß. Bei der Po­li­zei ist die Uni­form Stan­dard, in der Bank Busi­ness-Klei­dung á la An­zug und Bla­zer. Die Über­ra­schung des Ta­ges: Die Frei­zeit ne­ben dem Be­ruf scheint den Kin­dern wich­ti­ger als das Ge­halt. Zu die­sem näm­lich wur­den kaum Fra­gen ge­stellt.

Wie lie­fen die Ge­sprächs­run­den ab?

Vor­ab durf­ten sich die Ju­gend­li­chen im Al­ter zwi­schen 15 und 17 Jah­ren zwei Fir­men aus­su­chen, de­ren Vor­trä­ge sie be­su­chen woll­ten. Die Ar­beit­ge­ber stell­ten den Schü­lern mit­tels kur­zen Image­vi­de­os ihr Un­ter­neh­men vor und ga­ben die wich­tigs­ten Da­ten und Fak­ten wie­der. Im An­schluss be­rich­te­ten die Un­ter­neh­mens-Bot­schaf­ter von ih­rem ei­ge­nen Wer­de­gang und be­ant­wor­te­ten Fra­gen der Her­an­wach­sen­den.

Wel­che Ar­beit­ge­ber wa­ren be­son­ders be­liebt? Ins­be­son­de­re die Po­li­zei, Pa­es­sens Zahn­wel­ten so­wie die Volks­bank er­freu­ten sich gro­ßer Nach­fra­ge un­ter den an­we­sen­den Gym­na­si­as­ten.

Für die Po­li­zei stell­te sich Haupt­kom­mis­sar Jens Braun dem Nach­wuchs. Er er­klär­te, dass man im Zu­ge ei­ner Aus­bil­dung bei der Ord­nungs­macht „auf Strei­fe“ und im Wach­dienst un­ter­wegs ist, ehe man sich ei­ne Spe­zia­li­sie­rung aus­su­chen kann. Dann aber sei viel mög­lich: von der Rei­ter­staf­fel über die Was­ser­schutz­po­li­zei bis zur Kri­mi­nal­po­li­zei. „Es gibt kaum ei­nen ab­wechs­lungs­rei­che­ren Be­ruf als der des Po­li­zis­ten. Zu­dem ist er gut mit dem Fa­mi­li­en­le­ben und Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen zu ver­ein­ba­ren“, sag­te Braun. Ein­drück­lich be­rich­te­te er über sei­nen emo­tio­nals­ten Ein­satz, den er kurz nach sei­ner Aus­bil­dung vor zwan­zig Jah­ren er­leb­te: „Ich wur­de zu ei­nem schwe­ren Ver­kehrs­un­fall ge­ru­fen, wo ich im Au­to zwei to­te Kin­der an­traf. Ei­nen sol­chen Fall ver­gisst du nie wie­der, noch heu­te wer­de ich manch­mal da­von wach.“ Hell­hö­rig wur­de der Nach­wuchs, als es um die Ver­gü­tung ging: Knapp 2600 Eu­ro ver­die­nen Be­am­te nach der Aus­bil­dung.

Pa­es­sens Zahn­wel­ten steht of­fen für Aus­zu­bil­den­de und an­ge­hen­de Aka­de­mi­ker. So kön­ne man mit Un­ter­stüt­zung des Fa­mi­li­en­un­ter­neh­mens Zahn­me­di­zin stu­die­ren, aber auch ei­ner Leh­re zur zahn­me­di­zi­ni­schen Fach­an­ge­stell­ten nach­ge­hen. „Das Stu­di­um ist stark na­tur­wis­sen­schaft­lich, da­für braucht man kein Fran­zö­sisch. Beim Stu­di­um zählt aber häu­fig ein gu­ter No­ten­durch­schnitt“, sag­te Ma­ria Pa­es­sens. Al­ler­dings bie­te ih­re Fir­ma sehr fle­xi­ble Kar­rie­re­chan­cen. „Ich bin als Zahn­arzt­hel­fe­rin bei Pa­es­sens ge­star­tet und mitt­ler­wei­le Pra­xis­ma­na­ge­rin“, sag­te Sa­bi­ne Le­lie.

Für die Volks­bank Kle­ver­land zeig­te Ruf­fing auf, dass die Ge­nos­sen­schaft ein Vor­zei­ge­un­ter­neh­men sei. 30.000 Kun­den, 155 Mit­ar­bei­ter und ei­ne Bi­lanz­sum­me von 709 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr - die Kenn­zah­len be­ein­druck­ten die Schü­ler. Ruf­fing selbst star­te­te be­reits früh bei der Bank, stu­dier­te dann Be­triebs­wirt­schafts­leh­re und kehr­te zu­rück. Ein Weg, den vie­le Ban­kiers ein­schla­gen. Chris­ti­ne Reint­jes be­rich­te­te als Vo­Ba-Aus­zu­bil­den­de: „Bank be­deu­tet nicht nur Be­ra­tung. Man kann sich auch im Mar­ke­ting oder dem Zah­lungs­ver­kehr en­ga­gie­ren.“ Sie sel­ber stu­diert par­al­lel zum Stu­di­um noch an der VOM in We­sel BWL. „Wenn man am­bi­tio­niert ist, ste­hen ei­nem al­le We­ge of­fen“, fügt sie an.

Quelle: Rheinische Post, rp-epaper / Mittwoch, 06.02.2019