Hemden für den Marine-Spielmannszug

RP und Volksbank Kleverland präsentieren die Samstag-Serie: Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele. Dieses Mal: Kundenberaterin Waltraud Heiting engagiert sich
als Fördermitglied im Marine-Spielmannszug Schenkenschanz.

Kleve Hemd und Uniformhose passen wie angegossen, die Krawatte ist perfekt gebunden, die marineblaue Jacke mit den goldenen Schwalbennestern fällt ebenso auf, wie die weiße, gestärkte
Schirmmütze. „In unserem Outfit steckt sehr viel Arbeit“, erklärt Claudia Timpe-Bos, stellvertretende Leiterin des Marine-Spielmannszugs Schenkenschanz, der von Mai bis November auf
Schützenfesten, Hochzeiten, Martinszügen, Geburtstagen und im Rahmen der Forstgartenkonzerte auftritt.

„Wir haben bei Betriebsfesten in Harsewinkel schon auf derselben Bühne gespielt wie James Last, Heino und Roberto Blanco“, sagt Timpe-Bos, „jeweils im Vorprogramm der Stars“. Bisher
trugen die 32 Musiker (Durchschnittsalter: 30 Jahre), die aus elf verschiedenen Orten kommen, bei ihren Auftritten abwechselnd Hemd oder eine weiße Marinebluse mit breitem Matrosenkragen -
die nun eingemottet wird. Denn: „Einigen gefiel die alte Bluse nicht mehr“, sagt Timpe-Bos. Dank einer Spende der Volksbank Kleverland konnte als Ersatz ein zweites Hemd angeschafft werden.
Voba-Kundenberaterin Waltraud Heiting, seit 37 Jahren bei der Volksbank, wohnt in Schenkenschanz, ist Fördermitglied des Marine-Spielmannszugs und spricht bei der tatkräftigen Unterstützung von einer „Herzensangelegenheit“.

Besonders beeindruckend für sie: Horst Bos, der den Zug 1958 gründete, leitet ihn immer noch. „Mein Vater ist mittlerweile 80 Jahre alt, bei ihm dreht sich alles um die Musik“, sagt Timpe-Bos.
Der Vereinsgründer marschiert bei rund 25 Auftritten im Jahr vorneweg, und er spielt entweder Flöte oder Schlagzeug. Für den Marine-Spielmannszug, dem Harald Schweers vorsteht, engagiert
sich die gesamte Familie von Claudia Timpe-Bos: Ihr Mann Heinrich vertritt Vater Horst als Tambourmajor, die Zwillingstöchter Sophie und Hannah (16 Jahre) spielen Flöte und Schlagzeug und Bruder Horst Peter leitet die finanziellen Geschicke des Zugs von Wiesbaden aus, während Mutter Paula die Mützen wäscht, stärkt und bügelt. „Mein Vater unterrichtet auch den Nachwuchs“, betont Timpe-Bos, die ebenfalls ausbildet. Fünf Kinder lernen zurzeit Querflöte oder Trommel, sie bekommen regelmäßig Einzelunterricht. Zum gemeinsamen Proben trifft sich der Marine- Spielmannszug außerdem einmal pro Woche in der Alten Schule Schenkenschanz.

„Etwa 50 Stücke haben wir im Repertoire, die müssen natürlich dauernd geübt werden“, sagt Claudia Timpe-Bos. Polkas, Walzer, moderne und traditionelle Märsche sowie deutsche Schlagerhits
gehören zum Programm der Schänzer, die mit ihren Auftritten in der Vergangenheit nicht nur in der näheren Umgebung begeistert haben. 1988 spielte der Marine-Spielmannszug an der Costa
Brava bei einem Fußballturnier. „Einer der Höhepunkte unserer bewegten Geschichte“, sagt Timpe-Bos stolz. „Vom Hochwasser in Schenkenschanz sind wir damals in die spanische Sonne
geflohen.“ Vor dem Wintereinbruch flüchtet der Marine-Spielmannszug in diesem Jahr aber nicht. „Es gibt viel zu viel zu tun“, verdeutlicht die 48-Jährige.

Voba-Kundenberaterin Waltraud Heiting ist vor allem von der Kreativität der 32 Vollblutmusiker fasziniert. „Hinter den Auftritten steckt wahnsinnig viel Arbeit“, weiß die 55-Jährige. An eine Show,
für die der Marine-Spielmannszug zahlreiche Haushaltsutensilien zweckentfremdete, erinnert sie sich besonders gerne: „Die Schlagzeuger haben mit Messern auf Frühstücksbrettchen und mit
Schneebesen auf Töpfen getrommelt, da ging die Post ab“, sagt Heiting, die sich bereits auf den kommenden Mai freut. Dann präsentiert der Marine-Spielmannszug nämlich das neue Programm -
und die neuen Hemden.

„Wir haben schon auf derselben Bühne wie James Last gespielt.“

Claudia Timpe-Bos
stellvertretende Spielmannszugleiterin